Die Badmintonsparte

Mit großer Freude und viel Einsatz laufen Osterbyer Kinder, Jugendliche und Erwachsene dem Federball hinterher, wenn es darum geht, als erster 21 Punkte zu erreichen. Natürlich haben wir auch Vereinsmitglieder aus den Nachbargemeinden, die hier ihrem Sport nachgehen. Nicht umsonst ist daher die Badmintonsparte die zweitgrößte im Sportverein, gleich nach dem Fußball.

Als es darum ging, in unserer Gemeinde eine Sporthalle zu errichten, ohne eine Schule hier zu haben, waren die Meinungen recht geteilt. Anlass war, dass die Tischtennisspieler nicht mehr auf dem Saal einer Gastwirtschaft trainieren durften. Auf der entscheidenden Einwohnerversammlung meldete sich der Spartenleiter und versprach in Osterby eine Badmintonsparte zu leiten. Dann waren so ziemlich alle Abende mit sportlichen Tätigkeiten in der zukünftigen Halle abgedeckt und unsere Gemeindevertretung konnte guten Gewissens für diesen großen Schritt abstimmen.

An den ersten Übungsabenden kamen so viele Sportwillige, dass ein regulärer Übungsbetrieb nicht klappen konnte. So wurde der Länge nach ein riesiges Netz gespannt und 24 Spieler konnten auf schmalem Feld gegeneinander spielen. Alle 10 Minuten erfolgte ein Pfiff und die eine Reihe der Spieler wechselte weiter zum nächsten Gegenüber. So ging es die nächsten Wochen weiter, bis jeder über eine gute Ballsicherheit verfügte. In der Folge wurden über Kreuz vier Netze gespannt, so dass 16 Spielerinnen und Spieler auf zwei regulären und zwei verkleinerten Felder gegeneinander spielen konnten. Das wird heute noch so durchgeführt, damit keiner unbeteiligt "sitzen" muss. Leider reichte das Geld der Gemeinde nicht für eine zwei Meter breitere Halle. Dann hätten vier Turnierfelder hineingepasst und ein Punktspielbetrieb wäre möglich gewesen. Aber so haben wir jeden Dienstagabend Spaß, spielen in unserem Dorf, müssen nicht an jedem zweiten Wochenende zu Auswärtsspielen und können dennoch ab und an bei anderen Vereinen kämpfen.

Seit 1989 besteht die Sparte und hat in dieser Zeit schon viele "Federballer" kommen und gehen gesehen. Mit den Kindern, die von 18.00 -19.00 Uhr anwesend sind, übt jetzt Ilka Johannsen, eine versierte Übungsleiterin, die hier auch ihre ersten Schläge erlernt hatte. Es ist eine wahre Freude, das bunte Bild der hin- und her wuselnden Kinder bei der Jagd nach dem Ball zuzusehen. Manches Talent zeigt schon in ganz jungen Jahren, dass dies ein Sport für ihn ist. Für die etwas kleineren Anfänger stehen kürzere Schläger zur Verfügung, mit denen sie besser zurecht kommen. Ein Aufwärmspiel am Anfang und ein kleines Abschlussbasketball belohnt die agilen Kinder für ihren Einsatz. Wenn alle kommen, sind es 18. Am Ende strahlen sie immer und freuen sich aufs nächste Mal mit Ilka.

Die Jugendlichen sind schon ein anderes Kaliber. Ihre Schlagkraft, ihre Reaktion und ihr Laufpensum lässt sich mit den Erwachsenen glatt vergleichen. Daher werden die Trainingszeiten fast komplett mit den Älteren zusammen durchgeführt. Es könnten auch noch mehr Jugendliche dazu stoßen. Zur Zeit sind wir mit der Aktivenzahl bei den Erwachsenen zufrieden. Am Abend sind meist 14 bis 16 Spielerinnen und Spieler auf den Feldern und mancher Tropfen Schweiß wird vergossen. Der Spaß aber kommt nie zu kurz; Lachen ist bei uns das lauteste Geräusch. Ein gewonnenes Spiel erfreut die Sieger und ein verlorenes spornt die Spieler an, beim nächsten Satz "noch mehr zu geben" und wenn man am nächsten Morgen alle seine Knochen spürt, liegt es daran, dass die Fettpolsterung wesentlich dünner geworden ist.

Joachim Sebastian